Kroatisches Revival

Durch Geocaching haben wir ja schon oft besondere Orte entdeckt und speziell "lost places" haben es uns angetan. Kurz vor Dubrovnik finden wir so mal wieder einen sehr außergewöhnlichen Übernachtungsplatz. In einer Bucht direkt am Strand stehen drei große verfallene Hotels.
Eine vierte kleinere Ruine ist ein tschechisches Hotel das am Anfang des 20. Jahrhundert erbaut wurde. Es muss einmal sehr prachtvoll gewesen sein, das kann man sich direkt vorstellen wenn man durch das große Foyer geht. Über eine Treppe ohne Stufen kommt man in die oberen Stockwerke und in Zimmer 8 finden wir auch schnell den Cache unter einer Deckenplatte. Durch die Fenster blickt man runter in den Innenhof in dem bestimmt mal betuchte Leute unter Palmen um den noch erhaltenen Brunnen flanierten.
Es kommen abends nochmal ein paar Leute zum Angeln und Gassi gehen vorbei, dann ist es ruhig und die hohen rauschenden Wellen lassen uns schnell einschlafen. Michi wird allerdings unerfreulich wieder geweckt, als es auf seine Bettdecke tropft. Es hat heftig angefangen zu regnen und das Fenster ist trotz neuer Silikonnaht nicht dicht. Mist. Wir stopfen ein Handtuch in die Ritze und das hält auch zum Glück bis zum nächsten Morgen.
Von der Küstenstraße aus hat man einen hervorragenden Blick auf Dubrovnik. Wir parken oberhalb der Altstadt und laufen über viele Stufen hinunter entlang der dicken Stadtmauer. Hinter dem großen Stadttor schlendern wir durch kleine verwinkelte Gassen, zum Hafen und über große Plätze vorbei an Kirchen und Brunnen. Eigentlich wunderschön, doch für unseren Geschmack extrem touristisch. Unzählige Souvenirläden die alle das gleiche verkaufen und Cafés in denen man für völlige Wucherpreise einkehren kann. Als wir in der Karte lesen, dass ein Kaffee fast 5€ kostet, stehen wir wieder auf. Die Kaufkraft der Touristen scheint hier allerdings als Selbstverständlichkeit zu gelten, so werden wir nicht wirklich freundlich behandelt und wir stellen mal wieder fest, dass diese Orte einfach nicht unser Ding sind. Dass der Rocky dann auch noch einen Strafzettel hat, trägt weiter dazu bei, dass wir uns als Touristen wie "ausgenommen" fühlen.
Von der Straße die sich immer am Meer entlang schlängelt, wechseln wir rüber zur Autobahn die zwar einiges an Maut kostet, aber fast leer ist. Wir merken, dass es uns heim zieht und fahren viele schnelle Kilometer.
Vor 26 Jahren war ich mit einer Gruppenfreizeit im ehemaligen Jugoslawien auf der Insel Pag und wir machten damals einen Ausflug zum Krka Nationalpark. Als wir feststellen, dass der genau auf unserer Strecke liegt, möchte ich unbedingt nochmal dorthin. In der Nähe ist das Camp Marina in dem wir für nur 13€ eine Nacht verbringen. Wir genießen endlich mal wieder heiße Duschen und danach das gute fleischlastige Essen der herzlichen und freundlichen Besitzer. Nachts geht zum wiederholten Male unsere Heizung aus, irgendwas stimmt da nicht! Michi reinigt und schraubt ein bisschen rum, da brummt sie wieder! Wie gut, denn nachts ist es schon ganz schön kalt.
Aber als wir wach werden, erwartet uns die Sonne und ein strahlender Himmel. Genau das richtige Wetter um die Wasserfälle zu besuchen an denen schon Winnetou-Filme gedreht wurden. Der Eintritt kostet zu dieser Zeit nur 30 Kuna (4€) pro Person. In der Hauptsaison sind es unverschämte 200 Kuna! Ich erinnere mich eigentlich nur noch an lange Holzstege und das klare hellgrün schimmernde Wasser. Und genauso ist es auch heute noch. Wir spazieren auf einem wunderschön angelegten Rundweg entlang der mal gluckernden, mal donnernden Wasserfälle, über eine lange Brücke, viele Stufen hoch und runter, finden zwischendurch noch einen Schatz und Lina lässt begeistert von soviel Wasser Blätterboote schwimmen. Die Farben sind einfach traumhaft an diesem Herbsttag! Blauer Himmel, braune, rote und gelbe Blätter, grüne Gräser und Efeu, kristallklares Wasser und ganz am Ende sogar noch ein Regenbogen. Wie schön, nochmal hier zu sein nach so langer Zeit!
An einer Hafentankstelle eigentlich für Boote machen wir den Tank voll, werfen leicht wehmütig einen letzten Blick auf das letzte Meer unserer Reise und nähern uns der slowenischen Grenze.

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Kommentare: 1
  • #1

    Nicole (Donnerstag, 17 November 2016)

    Danke für das "Mitnehmen" und die jetzt wieder aufkommenden Erinnerungen an Krka. Ganz tolle Bilder. Da habt ihr beide wirklich einen Blick für. Ich drücke euch gaaaanz fest.