Fliegen bei den Göttern

Der griechischen Mythologie nach sind die Götter am Olymp zu Hause. Fast 3000m hoch ist das Gebirge an der Ostküste Griechenlands. Nicht nur die Götter fühlen sich hier zu Hause, sondern auch die Gleitschirmflieger und genau da wollen wir hin.
Als wir am Nachmittag in Neos Panteleimonas ankommen, finden wir schnell ein schönes Plätzchen am Strand für unseren Rocky. Der Landeplatz für Gleitschirmflieger ist nur ein paar Meter entfernt und als wir am Strand entlang laufen, schweben auch schon die ersten Schirme ein.

Am nächsten Morgen ist strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint und als wir die Rockytür öffnen, warten schon drei Katzen auf uns. Eine lässt es sich auch nicht nehmen den Rocky weiter zu erkunden und kuschelt sich erstmal mit Lina auf die Sternendecke. Es ist warm, sogar so warm dass wir direkt die Badesachen auspacken und es uns auf den Strandliegen der Beachbar gemütlich machen. Lina plantscht in der Waschbütt, Christiane und ich schwimmen in der Ägäis und die Kellnerin vom Xalara Beach sorgt für unser leibliches Wohl. So genießen wir den letzten warmen Strandtag unserer Reise. Sobald die Sonne weg ist, wird es frisch und wir ziehen nochmal los zu einer kleinen Schatzsuche.

Von unserem Fliegerfreund Hristo haben wir den Tipp bekommen, dass wir uns an Olympic Wings wenden sollen wenn es ums Fliegen am Olymp geht. Gesagt getan und schon sitzen wir gemütlich bei Claudia in der Flugschule, erkundigen uns wo es denn heute gehen könnte und ob Christiane einen Tandemflug mit Stelios machen kann. Noch sind die Bedingungen am Hausberg nicht optimal und wir gehen erstmal im Nachbarort einkaufen. Beim Mittagessen klingelt nach knapp 8 Monaten zum ersten Mal das Telefon. Es ist Claudia von der Flugschule, die Bedingungen sehen gut aus und bald sind wir auf dem Weg. Am Startplatz herrscht schon reges Treiben. Stelios ist mit einer Fliegergruppe aus dem Allgäu hier. Lina beobachtet die vielen bunten Schirme beim Starten und in der Luft. Sie ist ganz fasziniert und stellt viele Fragen. Christiane entschließt sich zu einem Tandemflug und kurze Zeit später fliegt sie schon durch die Luft. Wir schauen ihr noch lange nach bis wir sie am Horizont nicht mehr erkennen können. Nach dem wundervollen Flug kommt Christiane wieder mit den anderen Fliegern nach oben und wird freudig von Lina empfangen. Ich kann auch meinen Schirm auspacken und dank Linas fleißiger Hilfe beim Ausbreiten bin ich auch schnell in der Luft. Im Sonnenuntergang geht es über die Burg zum Strand.
Am nächsten Morgen können wir das Video von Christianes Flug in der Flugschule abholen und erfahren auch gleich noch wo es heute am besten in die Luft geht. Kalivia liegt im Landesinneren auf der westlichen Seite des Olymp. Die Strecke dort hin ist sehr schön und wir bekommen ein guten Eindruck von Griechenland abseits der touristischen Gebiete. 
Die letzten Meter zum Landeplatz führen uns nochmal über schotterige und schlammige Wege, aber nach so viel Pistenkilometern in der Mongolei ist das hier ein Kinderspiel. Lina und Christiane waschen am Landeplatz Wäsche und ich breche zu meinem ersten Walk & Fly auf. Querfeldein, durch wunderschöne Natur geht es immer weiter den Berg hinauf. Zweieinhalb Stunden brauche ich für den anstrengenden Aufstieg mit dem Gleitschirm auf dem Rücken. Geschafft, aber glücklich komme ich zeitgleich mit den Flugschulautos am Startplatz an. Nachdem ich meine Kräfte wieder gesammelt habe, geht es in die Luft. Zufrieden lande ich direkt vorm Rocky und kann sogar noch einmal mit der Flugschule nach oben fahren und komme so zu zwei wundervollen Flügen. 
Mit Landebier und grillen lassen wir den Abend unter sternenklarem Himmel ausklingen.
Die letzte Station in Griechenland führt uns, durch wundervolle Herbstlandschaft, zu den Meteora Klöstern. Die gesamte Anlage besteht aus 24 Klöstern die auf Sandsteinfelsen gebaut wurden. Bei dunstiger Luft scheinen sie zu schweben. Diese Kulisse beeindruckte nicht nur uns, sondern auch schon James Bond in "tödlicher Mission". Sechs der Klöster kann man besichtigen. Uns sollte eins reichen, aber wir sind etwas verwundert. Am Eingang zum Kloster verlangt man von den Touristen 3€ Eintritt für jedes Kloster, die Griechen dürfen einfach so durch die Tür spazieren. Wir können das nicht ganz nachvollziehen. Der Mann an der Kasse konnte uns keine Erklärung dafür geben. Ein Souvenir Händler vor dem Kloster versucht uns zu erklären, dass es bei den Griechen zum Glauben dazu gehört und sie ja auch Kirchensteuer zahlen. Überzeugen kann uns die Erklärung nicht. Entweder ist es ein Museum und jeder sollte Eintritt bezahlen oder es gehört zum Glauben, dann sollte aber auch jedermann die Tür offen stehen. In allen Ländern vorher war das auch so. 
Wir sehen das hier eher als touristische Einnahmequelle und fahren auf der EU-finanzierten Straße zu einem kostenlosen Stellplatz bei einer Pension. Hier gibt es lecker Worscht von der Oma zwischen Rezeption und Wohnzimmer. Wo der Opa schwarz-weiß Filme auf der Coach guckt.

Am nächsten Tag heißt es "αντίο Ελλάδα" und "përshëndetje Albania"!

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Kommentare: 2
  • #1

    Gabie (Donnerstag, 10 November 2016 18:40)

    Hallo ihr drei, jetzt seid ihr ja schon fast wieder zuhause..wie die zeit vergeht! Bei den meteora klöstern waren wir auch schon, die sind einzigartig und auf eines kommt man nur wenn man eine strickleiter hochklettert..das haben wir uns dann doch erspart ;) liebe grüsse von den eibelshäusern. Ps: bei uns hat's schon geschneit die letzten tage, brrrrrr!

  • #2

    Moritz (Donnerstag, 10 November 2016 19:29)

    Hallo ihr drei,
    wunderschöne Bilder die man hier immer zu sehen bekommt. Und mit den Texten dabei, kommt
    man sich immer mal wieder so vor, als wäre man live dabei.
    Ich freue mich schon auf den "Diaabend" in der Stadthalle den es ja eventuell irgendwann man geben wird:-)
    Vieeel Spaß noch und lasst es euch weiterhin gut gehen.
    LG Moritz