Georgia is georgeous

Georgien ist eine wahre Schatzkiste. Es gibt eine Fülle von Sehenswürdigkeiten und eine umwerfende Natur! Alles kann man sich gar nicht anschauen, dafür bedarf es mehrerer Reisen. Wir beschränken uns darum auf ein paar schöne Abstecher auf unserem Weg zum Schwarzen Meer.
Nach den zwei Regentagen in Tbilisi reißt der Himmel auf und wir können uns bei strahlendem Sonnenschein die Höhlenfestung Uplistsikhe bei Gori anschauen. Beeindruckend, diese noch so gut erhaltene, in den Fels gehauene Stadt aus dem 16. bis 15. Jahrhundert vor unserer Zeit. Die Anlage wurde hauptsächlich von Sklaven errichtet. Der ganz schön gruseligen Legende nach hatte man ihnen Hacken aus Edelmetall in die Hände gedrückt, deren Spitze aus Eisen war. Als Motivation für eine zielstrebige Arbeit versprach man ihnen die Freiheit und den Besitz des Edelmetallteils ihres Werkzeugs, sobald sie so viel gearbeitet hätten, dass das Eisen abgenutzt war. Keine verlockende Vorstellung...

Eigentlich wollten wir auch noch das Höhlenkloster von Vardzia besichtigen, doch es gibt mehrere Vardzia in Georgien und wir steuern das falsche an, wie sich heraus stellt. Egal, die Fahrt durch die kleinen Dörfchen ist sehr schön und es scheinen sich auch selten Touristen hierher zu verirren, denn die Bewohner schauen uns verwundert nach und abends klopfen Polizisten am Rocky um einfach mal so zu fragen was wir denn hier machen. Als sie wieder in ihr Zivil-Auto einsteigen, hören wir sie lachen. Verrückte Deutsche, denken sie sich wohl...

Der nächste Abstecher gilt einem häufigen und schon von Weitem beeindruckenden Postkartenmotiv. Katskhi-Pillar. Hier lebt auf einer 40 Meter hohen Felssäule seit 20 Jahren ein georgischer Mönch. Besuch empfängt er so gut wie nie und was er benötigt, bekommt er über einen Seilzug. Diesen sehen wir sogar in Aktion als wir dort sind. Werkzeuge, eine Matratze und ein Tisch werden hoch und runter gezogen. Ob der Mönch gerade auszieht oder vielleicht einen WG-Kollegen bekommt? Die winzige Kapelle auf dem Felsen entstand im 9. und 10. Jahrhundert nach Christus. Damals zogen sich schon die Christen dorthin zurück um weltlichen Versuchungen zu entgehen. Nicht der schlechteste Platz dafür finden wir.

An Palmen und Khakibäumen vorbei geht es weiter nach Kutaissi. Bei dem Ort Kumistawi (der Name ist hier übrigens Programm und die Kühe haben sogar Glocken!) wollen wir die Prometheus-Höhle besuchen. Wir warten bis die nächste Führung in russisch und englisch beginnt und dann führen uns erst einmal 137 Stufen bergab zum Eingang. In der 1,2 km langen Höhle folgen weitere 650 Stufen. Ganz schön groß und ziemlich beeindruckend! Es gibt mehrere Säle und man kann hier unten sogar Boot fahren. Voraussetzung ist aber, dass es viel geregnet hat. Als wir da sind, können wir trockenen Fußes bis zum Ausgang gelangen. Lina ist total beeindruckt und sie schaut mit großen Augen aus Papas Trage heraus auf die bunt angestrahlten Tropfsteinformationen. Mit einer Truppe lustiger Russen fahren wir mit einem Bus zurück zum Eingang. Wir erfahren, dass ein Geburtstagskind dabei ist und jetzt wissen wir auch, warum es oft ziiiiemlich stark nach Alkohol in der Höhle roch. Da wurde wohl kräftig rein gefeiert ;-)

Was uns in diesen Tagen besonders auffällt: Georgien ist das Land der Strassenhunde, der kostenlosen Plastiktüten und des Weins.
Keine Nacht vergeht ohne Hundegebell. Sobald wir die Rockytür öffnen, steht mindestens ein Hund davor. Sie folgen einem auf Schritt und Tritt. Dabei sind sie aber weder sehr aufdringlich noch furchteinflössend. Sie hypnotisieren einen mit ihrem treuen Blick aus großen Augen und wedeln dabei mit dem Schwanz. Übrigens auch wenn sie nichts bekommen.
Plastiktüten werden freigiebig und immer verteilt. Kein Einkauf ohne eine Vielzahl von Tütchen. Auch wenn man sie eigentlich gar nicht braucht oder haben will. Das Müllproblem zieht sich ja wie ein roter Faden durch unsere Reise und auch hier wird wenig Wert auf Umweltschutz gelegt.
Wein wächst hier überall. Zwischen den Orten, in jedem Garten und vor jedem Haus. Kaufen kann man ihn meist in Kanistern. Ob meine Ärztin aus Tbilisi was dagegen hat, wenn ich hin und wieder ein winziges Gläschen trinke? ;-)

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