Tbilisi - Sightseeing und Krankenhausbesuch

Erst hieß sie Tbilisi, dann Tiflis und jetzt wieder Tbilisi. Die Hauptstadt Georgiens. Wie man das richtig ausspricht, weiß ich immer noch nicht. Wir haben uns auf "Bilisi" geeinigt, das haben wir am häufigsten gehört.
Was für eine ausgesprochen schöne Stadt! Hügelig, von einem Fluss durchzogen, mit vielen Brücken, mediterranem Flair, kleinen Altstadtgassen, Schwefelbädern, Wasserpfeiffencafés, Kathedralen, einer Seilbahn, vielen Skulpturen und Brunnen. Beim Betreten der Kathedralen und Kirchen wird mein Halstuch zum Kopftuch umfunktioniert. Es ist hier üblich, dass Frauen ihren Kopf bedecken und Männer lange Hosen tragen. 

Wir lassen uns einfach von der Stadt treiben, laufen kreuz und quer, bergauf und bergab, trinken hausgemachte Minzlimonade im vegetarischen "Café Leila", Kaffee und furchtbar leckeres Süßes gibt es im "Retro Café" und abends sitzen wir entspannt im "ezo", einem bunten chilligen Hinterhofrestaurant, was auch gut nach Berlin Kreuzberg passen würde. Lina findet Spielkameraden mit denen sie ein bisschen umdekoriert.
Auch die Georgier lieben Kinder und Lina wird wieder beschenkt, angelächelt und es wird ihr über's Haar gestrichen.

Wir verbringen drei Nächte an verschiedenen Stellen mitten in der Stadt am Straßenrand. 
Wie so oft, haben wir ganz viel Glück und unser Sightseeing-Tag ist der einzige an dem die Sonne scheint. Vorher und nachher regnet es in Strömen. Macht aber nichts, denn wir müssen sowieso ein paar Dinge im Rocky erledigen. Unser Kühlschrank war ausgefallen, Michi begibt sich auf Fehlersuche und bald funktioniert er wieder. Lina malt mit Wasserfarben und ich schreibe endlich mal wieder Reisetagebuch. 

Außerdem wollen wir der Ursache des anhaltenden Durchfalls mal auf den Grund gehen und besuchen den MediClub Georgia. Eigentlich ein Krankenhaus wie bei uns auch und doch etwas anders. In der Eingangshalle fühlt man sich was Gewimmel und Lautstärke angeht eher wie auf einem Bazar. Umso erstaunlicher wie zügig Lina ein Appointment (einen Termin) beim Kinderarzt und ich bei einer anderen Ärztin habe. Alle sprechen englisch und ich kann direkt mit Kreditkarte bezahlen. Während wir warten, sucht Michi einen Parkplatz. Gerade als er ins Wartezimmer kommt, werde ich aufgerufen und er kann kurz darauf mit Lina zum Kinderarzt gehen. Meine Ärztin untersucht mich gründlich und erhebt eine ausführliche Anamnese. Sie nimmt sich Zeit und ist sehr freundlich. Außerdem stellen wir fest, dass ihre Tochter im gleichen Alter ist wie Lina. Die ist währenddessen interessiert und konzentriert bei ihrem Kinderarzt beschäftigt, der auch sehr nett ist. Nun bekomme ich noch Blut abgenommen und gebe eine Stuhlprobe ab. Zu gerne würde ich ja mal einen Blick ins Labor werfen, mein MTA-Herz schlägt höher.

Am nächsten Tag ist Befundbesprechung, ohne Termin und nur kurz warten obwohl Samstag ist. Außer der Bakteriologie sind alle Werte da, die bekomme ich ein paar Tage später per Email. Toll! So wie es aussieht, kamen mehrere Faktoren bei mir zusammen. Ein Magen-Darm-Infekt und eine Bauchspeicheldrüse die sich nicht von dem fettigen scharfen Essen seit der Mongolei erholen konnte. Fett, Scharfes und Süßes reduzieren, dazu ein paar Elektrolyte und Enzyme aus der Apotheke werden mir sicher helfen sagt Frau Dr. Eka Mikaberidze, drückt mir ein Rezept in die Hand und wünscht uns eine gute Weiterreise. Lina hat seit dem Arztbesuch keinen Durchfall mehr und wir müssen bei ihr gar nichts machen. 
Schmunzelnd schaue ich auf die Befunde, auch hier heiße ich wieder mit Vornamen Geb Gucker ;-)

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Kommentare: 2
  • #1

    michaela (Sonntag, 02 Oktober 2016 18:31)

    Tbilisi scheint wirklich sehr schön zu sein. Tolle Bilder

  • #2

    Silke (Freitag, 07 Oktober 2016 11:06)

    Huhu ihr Lieben,
    eure Reiseberichte sind wirklich sehr toll geschrieben! Macht ihr nach der Reise ein Buch daraus?
    Alles Gute weiterhin
    Silke&Luk