Bye bye Mongolei

Schon sind sie da: die letzten Tage in der Mongolei. Wir haben in diesem einen Monat so unglaublich viel gesehen und erlebt, sind randvoll mit Eindrücken und einfach unglaublich begeistert von diesem manchmal so fremden Land, was einen aber immer wieder auf's Herzlichste Willkommen heißt.
Vor der Grenzstadt Tsaganuur verbringen wir zwei Tage an einem See. Entfernt stehen ein paar Gers und wir beobachten beim Nachmittagskaffee mehrere Tierherden in der Steppe ringsherum. Dank Marianne haben wir endlich wieder "richtigen" Kaffee! Den gab es nirgendwo zu kaufen, die Mongolen scheinen neben Tee nur Instantkaffee zu trinken.

Es dauert nicht lange, da kommen die ersten Ziegen zum Trinken ans Wasser und kurz darauf besuchen uns ein paar Kinder. Und genau so geht es auch weiter. Der Rocky ist umgeben von Pferden, Ziegen, Kamelen, Kühen und Yaks. Immer wieder kommen Nachbarn zum Begrüßen vorbei. Sain baina uu! Guten Tag! Wir zeigen ihnen unser zu Hause, erzählen woher wir kommen, wohin wir wollen, stecken gemeinsam die Nasen in die Karte und bieten Süßigkeiten und Getränke an. Ob ein mongolischer Magen Wodka, Jägermeister und Kaffee hintereinander verträgt?

Wir werden zum Tee eingeladen und sitzen bald mit zwei kompletten Familien in einem Ger. Bunte Teppiche, bestickte Stoffe, ein Ofen in der Mitte, Fleisch was zum Trocknen aufgehängt wurde, kleine Schränkchen und Koffer ... mit großen Augen schauen wir uns in dem angenehm kühlen Zelt um. Die vielen Kinder freuen sich über unsere mitgebrachten Geschenke und sind bald beschäftigt mit den Pferdeaufklebern, Stofftieren und Stiften. Wir sitzen alle um einen niedrigen Tisch, trinken Milchtee aus bunten Schalen, probieren Gebäck mit Butter und den harten Ziegenkäse den wir schon kennen. Unterhalten ist schwierig, aber über die Kinder kommt immer wieder ein lachender Austausch zustande. Eine ältere Tochter kann etwas englisch, ist aber zu scheu um sich mit uns wirklich zu unterhalten. 

Als die Ziegen nach Hause kommen, dürfen wir noch beim Melken zuschauen. Dicht gedrängt stehen die vielen Tiere inmitten einer runden Steinmauer. Die Weibchen werden wie an einer Perlenkette an einem Seil nebeneinander "aufgefädelt" und alle helfen beim Fangen und Melken mit. Sogar der kleine Dreijährige wirft mutig sein Seil um eine Ziege um sie zu fangen. Zum Abschied bekommen wir noch ein Tütchen mit verschieden weit gereiften Käsestücken mit.

Am nächsten Tag geht es noch vor dem Zähneputzen gleich weiter mit Besuch. Lina darf auf einem Pferd sitzen und ein Mongole hält meinen Drachen zum Starten in die Luft. Später plätschert Lina im Wasser und ich schwimme zum ersten Mal in der Mongolei. Mit Blick auf die Berge und die Yaks am anderen Ufer. Toll!

Manche Besucher sind uns etwas zu neugierig und penetrant, kommen einfach so in unser Auto, machen die Tür weiter auf oder reden kein Wort. Während unserem Mittagsschlaf kommt ein knatterndes Motorrad direkt neben uns zum Stehen, zum Glück schläft Lina schon und wird auch von mehrfachem lauten Klopfen und Rufen nicht wach. Als der junge Mann dann auch noch am Rocky rum wackelt, alle Türen ausprobiert und auf die Stoßstange steigt, wird es uns zu bunt und wir jagen ihn weg. Wie sagt Michi immer: ein laut gesprochenes Deutsch ersetzt jede Fremdsprache ;-) 

Und es gibt noch einen kleinen Besucher, der alles tut um unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Ein Vögelchen trippelt über das Dach, sitzt auf und unter dem Dachfenster und fliegt sogar neben unserem Seitenfenster auf der Stelle um rein schauen zu können. Michi meint, er freut sich sicher, dass in seinem Revier endlich mal sowas wie ein Baum steht und er würde wohl am liebsten noch ein Nest auf dem Dachträger bauen.

Ach, es wird uns sicher schwer fallen, uns von der Mongolei zu verabschieden. Aber wir freuen uns auch auf das was uns an der Grenze und danach in Russland und Kasachstan erwartet.

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Kommentare: 1
  • #1

    Klaus (Freitag, 03 März 2017 17:25)

    Toll, die Bi9lder mqachen richtig Lust, das Land selber zu erkunden!!