Blue Wolf, Rolling Anarchy und das Oma-Monster

Wir fahren nach Ölgii, mit 32000 Einwohnern die letzte große Stadt im Westen der Mongolei bevor es zur Grenze nach Russland geht. Als erstes steuern wir den zentralen Platz an und erkunden die Stadt zu Fuß. Vorbei am Adlerjägerdenkmal kommen wir zum Nationaltheater. Im Reiseführer stand, dass man es auch außerhalb der Vorstellungen besichtigen kann, aber leider sind die Haupttüren geschlossen. Aus einem Nebentrakt kommen und gehen immer wieder Menschen und wir gucken einfach dort mal. Leider ist auch hier die Tür zum Hauptsaal verschlossen, aber im Flur hängen Bilder von vergangenen Aufführungen unter anderem von den mongolischen Beatles und auch von den mongolischen Veranstaltungstechnikern. So bekommen wir wenigstens einen kleinen Eindruck vom Theater.
In Ölgii sind auffällig viele Touristen unterwegs da es für viele die erste Anlaufstelle nach der Grenze ist und so sehen wir zum ersten Mal auf unserer ganzen Reise ein Touristenpärchen die auch ein Kind dabei haben. Leider verschwinden sie zu schnell in ihrem Hotel so dass wir keinen Kontakt aufnehmen konnten.

Nach dem Einkauf treffen wir noch 3 junge Münchner auf ihren Motorrädern und werden erstmal mit einem kräftigen "Servus" begrüßt. Sie kommen gerade von der Grenze und haben 6 Stunden für die Einreise gebraucht. Hoffentlich haben wir mehr Glück. Die drei haben 2 Jahre Zeit und wollen einmal um die ganze Welt. Wir wünschen eine gute Reise und ziehen weiter zur Wasserstelle um unsere Wasserkanister im Rocky aufzufüllen.

Nach der Kaffeepause geht es am späten Nachmittag noch ins öffentliche Badehaus. Für umgerechnet 1,50€ können wir alle drei, unter fließend warmem Wasser, endlich mal den Staub und Dreck der letzen Tage loswerden. Danach beschließen wir uns heute weiter zu verwöhnen und nicht selbst zu kochen. Nach einer längeren Suche nach einem mongolischen Restaurant kommen wir am "Blue Wolf Ger-Camp" vorbei. Wir sind alleine im Restaurant und bestellen quer durch die Karte. Es dauert lange bis das Essen kommt, aber es war sehr lecker. Im Laufe des Abends kommt ein Ami ins Restaurant und wir kommen ins Gespräch. Er ist heute auch über die Grenze gekommen mit den 3 Münchnern und weiß aber noch nicht welche Route er durch die Mongolei nehmen soll. Als pensionierter Marine Soldat ist er jetzt schon 3 Jahre und 3 Monate mit seinem Motorrad in der Welt unterwegs. Wir helfen ihm mit unseren Erfahrungen von der Strecke und als uns die Bedienung um 21:45 Uhr vor die Tür setzt, weil sie eigentlich um 21 Uhr schon schließt, trinken wir das letzte Bier zusammen vor der Tür. Praktisch wenn das zu Hause einfach direkt vor der Tür steht.

Der nächste Tag beginnt mit Marmeladenbrot und Spiegelei im "Blue Wolf". Im Büro vom Camp können wir das Wlan benutzen und endlich unseren Blog auf Vordermann bringen. Immer wieder kommen Reisende ins Office und holen sich Informationen. Einer sticht ganz besonders Raus mit seiner Motorradkluft, wo dick auf dem Rücken steht "Rolling Anarchy". Für ein Foto hat es leider nicht gereicht, aber wir werden ihn wieder sehen. Danach lassen wir den Rocky stehen und laufen über den Markt von Ölgii. Es gibt reichlich zu entdecken. Hier wird einfach alles verkauft. Obst, Gemüse, Klamotten, Geschirr, Bodenbeläge, Haushaltsgeräte und vieles mehr. Entweder aus einem Container oder aus selbst gebastelten Metallbuden. Auch diverse Metzgereien haben wir gefunden. Da liegt das Fell von der Kuh noch vor der Tür und der Rest schon auf der Theke im Laden. Ohne Kühlung versteht sich!

Auf dem Weg zurück treffen wir das Zebraauto mit Marianne und Uli. Sie stellen ihr Auto auch beim Blue Wolf ab und wir kehren noch mal zusammen im Restaurant ein. Diesmal ist der Laden voll. Aus Platzmangel setzt sich noch ein Pärchen aus New York an unseren Tisch und wir essen alle zusammen. Am Tisch gegenüber sitzen der Ami von gestern, Willi der Höhlenforscher und Lehrer aus Österreich und Sascha aus Russland der zwar aussieht wie ein harter Biker mit seiner "Rolling Anarchy" Weste vom MCC Vladimir, aber in Wirklichkeit ein netter Kerl ist und vom Markt Spielzeuge für seine kleinen Enkelkinder mitbringt. Es war ein wirklicher toller Abend mit Globetrottern aus der ganzen Welt.

Nach zwei tollen Tagen in Ölgii, wo wir unsere Reiseakkus wieder aufladen konnten, verabschieden wir uns vom Zebraauto und Marianne als "Oma-Monster" macht noch Späßchen mit Lina. Zum Abschied schreiben uns die beiden noch einen Gruß in den Rocky.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Peter & Tina (Mittwoch, 03 August 2016 00:07)

    ........wunderschöne Erlebnisse & wundervolle Berichte & traumhafte Bilder :-) Wir sind dankbar,das es diese Seite gibt und wir immer wissen,das es euch gut geht :-) Wir wünschen euch weiterhin eine interessante Reise und bitte passt auf euch auf! Ganz viele liebe Grüße von uns Zwei ♥♥♥