Auf den Spuren der Vergangenheit

Nach dem wilden Stadtgetümmel fahren wir aus Ulan-Bator raus Richtung Osten. Ziel ist der Terelj Nationalpark. Wir finden einen tollen Platz mit Aussicht auf den Schildkrötenfelsen. Während wir Abendessen kochen, laufen Kühe und Pferde an uns vorbei.

Am nächsten Tag laufen wir durch das Tal um den Schildkrötenfelsen und besuchen den alten Lagerplatz wo ich 1999 mit den Pfadfindern schon einmal in der Mongolei war. Damals als Teenager mit Freunden und jetzt 17 Jahre später mit Frau und Kind. Ein wahnsinniges Gefühl. Wo wir damals mit unseren Jurten und Kothen standen, stehen jetzt kleine Ferienhäuschen. Damals gab es im Tal nur das Narlag Camp mit seinen bunten Häuschen. Wir drehen noch eine Runde durch das Camp auf der Suche nach jemandem der evtl. damals auch hier war, aber ohne Erfolg.

In der langen Zeit hat sich viel verändert im Tal. Die Straße ist breiter geworden. Es gibt jede Menge Ger-Camps für Touristen. Ein Mini-Markt, ein Hotel und das nächste ist schon im Bau. Der Tourismus ist voll im Gange.
Der Weg führt uns weiter zur Schildkröte. Eigentlich wollten wir nur ein kleines Stück hinauf klettern, aber dann gehen wir doch so hoch es geht und finden den Eingang zum Bauch der Schildkröte. Nicht ganz leicht mit Lina in der Trage. Als wir wieder am Fuße ankommen, treffen wir einen Berliner mit seiner mongolischen Frau. Sie machen Urlaub hier und wollen dann noch weiter nach Peking. Lina bestaunt inzwischen die Kamele und streichelt die Pferde. Mit dem mongolischen Reiter wollte sie allerdings keine Runde drehen. Auf dem Rückweg zum Rocky kommen wir noch an einer Souvenir-Ger vorbei. Nachdem langen Marsch bleiben wir noch eine Nacht am Schildkrötenfelsen.
Am nächsten Morgen fahren wir im Nationalpark bis nach Terelj und kaufen noch ein paar Sachen ein. Unter anderem ein Stück Schweinefleisch zum Grillen. Das Fleisch liegt hier einfach lose und tiefgefroren in der Truhe. Keine Verpackung, keine Etiketten, aber mit Hilfe der Verkäuferin und den verschiedenen Tiergeräuschen Muh-Mäh-Grunz kommen wir ans Ziel.
Jetzt geht es das Tal wieder runter, raus aus dem Nationalpark und weiter Richtung Osten zum großen Dschingis Khan. Mitten im nichts steht mit 30m das größte Reiterdenkmal der Welt. Dschingis Khan auf seinem Pferd aus massivem und glänzendem Edelstahl. Zu Fuß durch das sehr enge Treppenhaus erreichen wir die kleine Aussichtsplattform auf dem Kopf des Pferdes und genießen die gewaltige Aussicht.
Während Christiane auf dem Parkplatz bei diversen Fahrern und Touristenführern versucht rauszubekommen ob morgen das Naadamfest auch außerhalb von Ulan-Bator gefeiert wird, gehe ich nochmal los einen Geocache suchen. Etwa 700m entfernt, durch die Steppe, werde ich auch fündig. Unser östlichster Cache auf der Reise.
Leider hat Christiane nicht so viel Glück und wir beschließen wieder zurück zum Fluss am Eingang vom Terelj Nationalpark zu fahren und dort den Nationalfeiertag und meinen Geburtstag zu verbringen.

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