Einmal quer durch Litauen

Von Druskininkai geht die Reise weiter in Richtung Hauptstadt. Im Süden von Vilnius liegt die große und sehenswerte Wasserburg Trakai. Wir schlendern über eine Brücke zu der kleinen Insel und einmal um die Burg herum. Am Ufer gibt es jede Menge Souvenirbuden (die ausnahmsweise sogar schon geöffnet sind) und man kann Boote leihen. Auf einer der winzigen Nachbarinseln ist ein Geocache, ob wir da mit dem Tretboot hin fahren sollen? Na klar, los geht's! Kapitän Lina mit Schwimmweste und Trillerpfeife sitzt zwischen uns und sagt wo's lang geht. Der Schatz ist schnell gefunden und wir lassen uns noch ein bisschen auf dem See treiben, genießen die Sonne und den Wind.

 

Bis Vilnius ist es nicht weit und wir verbringen noch einen schönen Nachmittag in der lebendigen, bunten und kreativen Stadt. Sie wirkt auf uns sehr weltoffen und Litauen (Lina sagt"Lithaute") gefällt uns immer besser. 

 

Im Norden der Stadt ist der geografische Mittelpunkt Europas und der "Europos Parkas", ein großer Skulpturenpark mitten im Wald. Trotz Nieselregen wandern wir frei nach dem Motto "Ist das Kunst oder kann das weg?" durch dieses Open-Air-Museum von einer Bildhauerei zur nächsten. Auch internationale Künstler unter anderem aus Südafrika, Japan und den USA haben ihre Skulpturen hier ausgestellt. 

Noch weiter nördlich in Richtung lettische Grenze liegt der Wallfahrtsort Kryziu kalnas. Auf diesem "Berg der Kreuze", der eigentlich nur ein Hügel ist, stehen mehrere zehntausende Kreuze. Um die Entstehung ranken sich viele Legenden und in kommunistischen Zeiten wurden die Kreuze mehrfach zerstört. In den neunziger Jahren feierte Papst Johannes Paul II mit 100.000 Menschen hier eine Messe. Heute gilt die Stätte als heiliger Ort vor allem für Katholiken und steht als Zeichen für den nationalen Widerstand und die Unabhängigkeit Litauens. 

Wir sind im Sonnenuntergang dort und beeindruckt von der ruhigen, etwas mystischen Stimmung zwischen so unglaublich vielen Kreuzen. Kleine Kreuze die an die großen gehängt wurden, klirren im Wind und von irgendwo her kommen leise Kirchengesänge. 

Nach so viel Kultur geht die Weiterreise mal zu etwas ganz anderem. Nämlich einer Herde Bisons. In der Nähe von Kelmé ist der größte Bisonzuchtbetrieb des gesamten Baltikums. Und ausgerechnet in Offenbach kann man diese in Form von Frikadellen in einem Burger wiederfinden. Der Besitzer der Bison-Ranch verkauft dort abwechselnd seine leckeren Bison-Burger und kümmert sich in Litauen um seine Herde. Gerade ist er mal wieder in Deutschland, schreibt er uns in einer Mail, sonst hätte er uns gern Willkommen geheißen.

So besuchen wir die wolligen Tiere kurz auf ihrer Weide und sie nehmen uns gar nicht übel, dass wir sie beim Fressen stören, sondern kommen sogar mal ganz nah an den Zaun zum Beschnuppern. Bisonwolle ist kuschelig weich und lässt sich vielseitig verwenden  ;-)

Und dann - schwups - sind wir auf einmal am Meer! Zum ersten Mal während unserer bisherigen Reise. Wir stehen am Strand in der Nähe von Klaipėda und genießen das Rauschen der Wellen während die Sonne langsam untergeht. Ach schön! Ich freu mich!

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