Ferien auf dem Bauernhof

Wir sind in Masuren, im ehemaligen Ostpreußen. Und kommen an vielen Kirchen, Seen, kleinen Örtchen, Storchennestern, Wiesen, Feldern und Bauernhöfen vorbei. 

Auf einem dieser Höfe verbringen wir zwei Nächte. Lina ist begeistert, es gibt Schweine, Katzen, Pferde, Kühe, Traktoren und frisch geborene Kälbchen die noch ganz wacklig auf den Beinen sind (Hanna und Linus: mir fällt direkt unser Eifel-Kälbchen ein!). Der Bauer führt uns über seinen Hof, der seit 1914 im Familienbesitz ist. Er erzählt uns vieles über die Geschichte der Gegend, die beiden Kriege die er erlebt hat ("Die Russen lagen direkt vor unserer Tür!") und den Werdegang des Hofes. Zeigt uns seine interessante Sammlung an Gegenständen aus vergangenen Zeiten. Seine Frau und er haben vor einigen Jahren noch viele Gäste bewirtet, aber die "Jungen", sagt er, wollen ja nicht mehr hierher kommen. Auch seine Kinder sind nach Deutschland gegangen, weil sie dort bessere Chancen haben. Im gleichen Atemzug kommt er noch auf die Flüchtlingsproblematik zu sprechen: "Ihr werdet bald eine Minderheit sein. Viele werden das Land verlassen... hoffentlich kommen die dann nicht alle zu uns." 

Trotz kaltem Wind machen wir abends noch ein schönes Feuer und backen Stockbrot. Denn auf dem Grundstück ist schon alles vorbereitet für die Gäste die hoffentlich noch kommen. Ansonsten ist Masuren noch etwas im Winterschlaf. Scheinbar erwartet man erst im Sommer Touristen und so wundern wir uns etwas über verlassene Promenaden und mürrische Angestellte in der Touristeninformation. 

Wir verabschieden uns von dem Ehepaar Lange und es geht weiter durch einen Nationalpark in Richtung litauische Grenze. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Ela (Samstag, 23 April 2016 16:33)

    Hallo ihr lieben 3,
    endlich mal wieder am PC. Er macht in letzter Zeit öfter Pause. Lag vielleicht auch an dem schönen Wetter diese Woche.
    Eure Reiseberichte waren wieder super zu lesen. Wie eine schöne Geschichte. Toll was ihr alles so erlebt und das ihr die Zeit habt, all dies auszukosten.
    Sehr nachdenklich hat mich der Spruch von dem Bauern von wegen Minderheit gemacht. So habe ich das noch gar nicht gesehen. Man könnte ja auch "flüchten".... wenn es mal eng wird ;-). Ihr habt gerade schon mal einen kleinen Vorgeschmack unter anderen Bedingungen und seid dann eventuell schon geübt im "Loslassen".
    Schön das ihr so vielfältige Begegnungen habt und die Welt sich euch jeden Tag ein bisschen mehr erschließt.
    Wünsche euch ein schönes Wochenende und bin sehr gespannt auf euren nächsten Eintrag im Reisetagebuch.
    Eure Ela