Roma-Siedlungen

Größer hätte der Kontrast kaum sein können. Wir fuhren aus dem Skigebiet der Hohen Tatra mit seinen Hotels und Restaurants ein Stück Richtung Osten und bald änderte sich nicht nur die Landschaft. Auch die Orte und Menschen sahen plötzlich anders aus. Und dann kamen wir auf einmal an Siedlungen vorbei, die uns an afrikanische Townships erinnerten. Blechhütten, viele kleine Kinder, ganz viel Müll und der beißende Geruch von verbranntem Plastik drang ins Auto. Es stellte sich heraus, dass in diesem Teil der Slowakei, nahe der ukrainischen Grenze, die ärmsten Menschen Europas leben.

 

Roma leben dort unter miserablen Bedingungen, teilweise ohne Wasser und Strom. Und das in Europa, ganz in der Nähe von einem Touristenzentrum. Seit die damals noch kommunistische Regierung in den 80er Jahren den Bau eines Atomkraftwerks angekündigt hat, verlassen die Nicht-Roma die Gegend. Von Anfang an ließen sich hauptsächlich Roma dort nieder. Denn außer Angehörigen der größten Minderheit Europas will niemand in dem armen Gebiet zwischen ungarischer und ukrainischer Grenze leben. Vor allem nicht, wenn dieses irgendwann auch noch verstrahlt sein könnte.

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Kommentare: 1
  • #1

    anja (Montag, 04 April 2016 15:01)

    Dad erinnert mich an etwas...
    Schöne Geschichte mit dem G. Weisst du noch der M. In grootfontain...
    Bisou an eiluch!